Es muss nicht immer gleich Leistungssport sein!

By: | Tags: | Comments: 0 | Februar 21st, 2018

Körperliche Inaktivität und Bewegungsmangel stellen ein modernes Gesundheitsproblem der Bevölkerung dar. Inaktivität gilt dabei sogar als das Gesundheitsproblem des dritten Jahrtausends. Der technische Fortschritt führt zu vielen Veränderungen der Lebensgewohnheiten hin zu einem bewegungsarmen Alltag. So werden Einkäufe beim naheliegenden Bäcker mit dem Auto anstatt zu Fuß oder mit dem Rad erledigt. Das Ganze führt soweit, dass mittlerweile viele Einkäufe bequem per Internet bestellt werden und direkt vor die Haustüre geliefert werden können. Absolut angenehm, aber bewegungsarm.

Eine Studie des Robert-Koch-Instituts (DEGS-1) zur Gesundheit von Erwachsenen im Alter von 18 bis 79 Jahren in Deutschland zeigt auf, dass etwa vier Fünftel der deutschen Bevölkerung unzureichend körperlich aktiv sind und den Bewegungsempfehlungen der WHO (mindestens 2,5 Stunden pro Woche mäßig anstrengend körperliche Aktivität – alternativ 75 Minuten sehr anstrengende körperliche Aktivitäten) nicht entsprechen. Dies ist umso erschreckender, da die Inaktivität für 9 % oder 5.3 Millionen aller frühzeitigen Sterbefälle weltweit verantwortlich ist und als Hauptrisikofaktor für chronische Erkrankungen gilt. Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes Typ 2, Krebserkrankungen, Muskel- Skelett-Erkrankungen, psychische Störungen und Atemwegserkrankungen zählen zu den dominierenden Krankheiten in Deutschland und belasten das Gesundheitssystem enorm.

Arbeitnehmer stellen eine Gruppe dar, die besonders von Bewegungsmangel betroffen ist. Laut einer Umfrage der Techniker Krankenkasse arbeiten 44 % der deutschen Berufstätigen fast nur im Sitzen und in der Freizeit wird die sedentäre Lebensweise meist fortgesetzt. Viele Arbeitnehmer leiden deshalb unter Muskel-Skelett-Erkrankungen. Die häufigsten Fehltage sind auf diese Krankheitsgruppe zurückzuführen und sie verursachen den Arbeitgebern dadurch hohe Kosten.

Eine Vielzahl von wissenschaftlichen Studien bestätigt die zahlreichen positiven Auswirkungen von körperlicher Aktivität auf die Gesundheit. Bewegung und Sport haben „pluripotente Wirkungen“ ― und zwar in der Therapie und in der Prävention von chronisch degenerativen Krankheiten. Und es muss nicht immer gleich Leistungssport sein. Selbst eine kurze Unterbrechung des „Dauer-Sitzens“ ist bedeutend und bringt schon viele gesundheitliche Vorteile mit sich. Die Förderung von Bewegung stellt sich daher als eine wichtige Public Health-Strategie des 21. Jahrhunderts dar. (Lesen Sie dazu auch unseren Blog-Artikel „Wir ernten was wir säen“, vom 21.09.2017).

Um den Bewegungsmangel zu reduzieren, die Gesundheit zu verbessern und Fehlzeiten zu reduzieren ist die betriebliche Gesundheitsförderung im Rahmen eines Betrieblichen Gesundheitsmanagements ein wichtiger Ansatzpunkt. Um einen bewegten Lebensstil am Arbeitsplatz zu fördern, können beispielsweise folgende Maßnahmen angeboten werden:

  • Aufzugsfreie Tage
  • Schrittzähler-Aktionen
  • Gesunde/bewegte Pause

Neben diesen und vielen weiteren Maßnahmen gilt es die Hürde zur Teilnahme der Mitarbeiter möglichst gering zu halten. Außerdem zeigen unsere Erfahrungen, dass die Maßnahmen immer bedarfsorientiert eingesetzt werden sollten. Denn was für die einen geeignet ist, muss nicht zwingend für alle anderen gelten.

 

Quellen:

World Health Organization (2010) Global recommendations on physical activity for health. WHO, Genf.

Techniker Krankenkasse, Laboga, I. (Mitarbeiter). (2013a). Beweg Dich, Deutschland! TKStudie zum Bewegungsverhalten der Menschen in Deutschland, Techniker Krankenkasse

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