Zahlen, Daten, Fakten – Wie gesund sind die Menschen in Deutschland?

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Der Gesundheitszustand der Bevölkerung wird vor allem durch die Lebensbedingungen und das Gesundheitsverhalten beeinflusst. Neben den Lebensbedingungen hängt der Gesundheitszustand von biologischen Faktoren und dem individuellen Verhalten ab. Eine ausgewogene Ernährung, geringer Alkoholkonsum, Nicht-Rauchen, ausreichende körperliche Aktivität und ein gesunder Umgang mit Stress helfen dabei, zahlreiche Krankheiten vorzubeugen. Dazu gehören u.a. Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes mellitus, chronische Atemwegserkrankungen oder psychische Belastungen und Störungen.

Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) könnten 80 % der Fälle von Diabetes Typ 2 sowie 80 % der Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Schlaganfälle durch ausreichende körperliche Aktivität, gesunde Ernährung und den Verzicht auf Tabakkonsum vermieden werden.

Zu den häufigsten chronischen Erkrankungen in Deutschland gehören Muskel- und Skelett-Erkrankungen. Sie sind weltweit die führende Ursache von chronischen Schmerzen, körperlichen Funktionseinschränkungen und Verlust an Lebensqualität. Etwa 25 % der Frauen und 17 % der Männer in Deutschland leiden unter chronischen Rückenschmerzen. Arthrose gilt weltweit als häufigste Gelenkerkrankung.

Diabetes mellitus ist eine weltweit verbreitete chronische Stoffwechselkrankheit. Ein bekannter Diabetes mellitus besteht bei rund 4,6 Millionen und ein unbekannter bei rund 1,3 Millionen der Erwachsenen im Alter von 18 bis 79 Jahren.

Neben der körperlichen Gesundheit ist die psychische Gesundheit gleichermaßen wichtig für das Wohlbefinden und Voraussetzung für eine hohe Lebensqualität und Leistungsfähigkeit. Fast jeder Zehnte ist von einer Depression betroffen. Eine Zunahme psychischer Erkrankungen in der Bevölkerung gibt es allerdings keine. Es steigt jedoch die Zahl psychisch bedingter Krankschreibungen und Frühberentungen.

In Deutschland bestimmt eine relativ geringe Zahl von Krankheiten die Krankheitslast. Vor allem Herz-Kreislauf- und Krebserkrankungen sind für einen großen Teil der Krankheitslast verantwortlich. Muskel-Skelett- und psychische Erkrankungen sowie Verhaltensstörungen folgen auf Platz drei und vier.

Ein großer Teil der Krankheiten gehen auf einige wenige Risikofaktoren zurück. Laut WHO sind Tabakrauch, schädlicher Alkoholkonsum, körperliche Inaktivität und eine ungesunde Ernährung die vier führenden Risikofaktoren. In Deutschland bekommt das Thema Ernährung die größte Bedeutung zuteil.

Im Jahre 2014 gab es in Deutschland rund 42,6 Millionen Erwerbstätige. Diese können mitunter von einem gut ausgebauten Arbeitsschutz und von betrieblicher Gesundheitsförderung profitieren. Fast die Hälfte aller Betriebe hat in den letzten Jahren Maßnahmen aus dem Spektrum der betrieblichen Gesundheitsförderung durchgeführt. Die Aktivitäten hängen allerdings stark von der Betriebsgröße und Branche ab. Gemessen an Fehlzeiten oder Unfallrisiken, geht es ArbeitnehmerInnen heute deutlich besser als früheren Generationen. Der häufigste Anlass für Krankschreibungen sind Atemwegserkrankungen. Im Jahre 2013 gingen nach Daten der AOK 24,6 % der Arbeitsunfähigkeitsfälle auf diese Krankheitsgruppe zurück. Die meisten AU-Tage wurden allerdings durch Muskel-Skelett-Erkrankungen versursacht, da diese häufig mit langen Ausfallzeiten verbunden sind. Zwischen  Frauen  und  Männern  gibt  es  deutliche Unterschiede  in  der  Bedeutung  der  verschiedenen Krankheitsgruppen. Bei Männern führen Muskel-Skelettkrankheiten ebenso wie Verletzungen häufiger zur Arbeitsunfähigkeit als bei Frauen. Bei Frauen sind psychische Erkrankungen und Atemwegserkrankungen häufiger. Trotz der insgesamt sinkenden Krankenstände, haben die psychischen und Verhaltensstörungen als Ursache der Arbeitsunfähigkeit bei Frauen und Männern in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen.

Um die Gesundheit zu verbessern und die Fehlzeiten zu reduzieren ist die betriebliche Gesundheitsförderung im Rahmen eines Betrieblichen Gesundheitsmanagements ein wichtiger Ansatzpunkt. Hier besteht allerdings weiterhin Entwicklungspotenzial, da nur eine kleine Anzahl der Unternehmen (21 %) eine Strategie oder Ziele zum Erhalt und zur Förderung der Gesundheit der Beschäftigten festgelegt hat. Meistens werden Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung nach dem Gießkannenprinzip ausgeschüttet und der Effekt verblasst nach kurzer Zeit. Doch wie können eine auf das Unternehmen passende Strategie und entsprechende Ziele entwickelt werden? Diese und weitere Fragen beantworten wir Ihnen gerne in einem persönlichen Gespräch.

Besuchen Sie dazu einfach unsere Homepage (www.integion.de). Hier finden Sie darüber hinaus weitere Informationen zu den Themen betriebliche Gesundheitsförderung und betriebliches Gesundheitsmanagement. Wir freuen uns auf Ihren Besuch und Ihre Kontaktaufnahme.

 

Quelle:

Kroll LE, Schumann M., Hoebel J. et al. (2017). Regionale Unterschiede in der Gesundheit – Entwicklung eines sozioökonomischen Deprivationsindex für Deutschland. Journal of Health Monitoring 2(2):103-120.

Prütz F., Rommel A., Kroll LE et al. (2014). 25 Jahre nach dem Fall der Mauer: Regionale Unterschiede in der Gesundheit. GBE kompakt 5(3): 1-14.

Robert Koch-Institut (Hrsg.) (2015). Gesundheit in Deutschland. Gesundheitsberichterstattung des Bundes. Gemeinsam getragen von RKI und Destatis. RKI, Berlin.

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